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Kreiszeitung Böblinger Bote

Artikel vom: 04.12.2003

Billard: Lambros Vrakas ist der Stolz von Planet Pool Böblingen

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Zum zweiten Mal durfte Lambros Vrakas, Billardspieler von Planet Pool Böblingen, bei der Junioren-Weltmeisterschaft antreten. Erneut hat es nicht ganz zum großen Ziel gereicht. Dafür steckt sich der 19-Jährige, der nun in den Aktivenbereich wechselt, umso höhere Ziele. Er träumt davon, einmal Profi zu werden. Ein Händedruck hier, eine Begrüßung da. Lambros Vrakas sitzt an der Bar im Böblinger Billard-Palast, ist bekannt wie ein bunter Hund. Hier spielt er in der ersten Mannschaft von Planet Pool Böblingen seit der Gründung des Vereins im Jahr 2000 um Ligapunkte, hier wird er geschätzt. Nicht nur wegen seines außergewöhnlichen Talents. Der 19-jährige Grieche kommt gerade von den Weltmeisterschaften der Junioren zurück, die er auf Rang 13 abschloss. "Ich hatte mir mehr erhofft, wollte bei meinen letzten Weltmeisterschaften im Juniorenbereich unter die besten fünf kommen", gibt er etwas enttäuscht zu.

Bereits mit neun Jahren begann er als jüngster dreier Brüder an den Tischen zu stehen, mit dem Queue die Bälle in den Taschen zu versenken. "Mein Vater hatte eine Billardhalle in Leonberg, ich bin mit dem Sport aufgewachsen. Ich habe zwar auch Fußball gespielt, doch beim Billard öfters gewonnen. Deshalb bin ich dabei geblieben", erzählt Vrakas. Und grinst verschmitzt.

Die Treue zum Sport, der ebensoviel Geschick wie Konzentration und Ausdauer erfordert, hat sich gelohnt. Seine Titelsammlung kann sich trotz seines jungen Alters sehen lassen. Bereits viermal durfte er sich als deutscher Meister feiern lassen, 2001 holte er die Vize-Europameisterschaft. Bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Japan wurde er Neunter.

Für die Weltmeisterschaft in diesem Jahr im eher für Wintersport bekannten Ort Willingen im Sauerland musste er sich zwei Wochen zuvor in den Niederlanden qualifizieren, rutschte dort als Dritter ins Aufgebot der europäischen Auswahl. Trotz des relativ frühen Ausscheidens hat es ihm bei der WM gefallen. "Ich bin mit allen super ausgekommen. Nur der Pole, gegen den ich rausgeflogen bin, war nicht so mein Freund", räumt er schelmisch ein.

Wie es weitergeht? Lambros Vrakas macht im Moment eine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann, trainiert deshalb auch nur dreimal die Woche. "Ich würde gerne Profi werden", sagt er. "Aber bei den Männern wird es jetzt furchtbar hart für mich. Da müsste ich jeden Tag mindestens vier Stunden trainieren."

Was ihn an seinem Sport, mit dem in Deutschland so schwer Geld zu verdienen ist, reizt? "Du musst nervenstark sein, darfst dir nicht den kleinsten Fehler erlauben und musst dich dauernd extrem konzentrieren." Seine neuen Ziele sind vielschichtig. Irgendwann einmal will er sich für eine Weltmeisterschaft bei den Männern qualifizieren. Und natürlich als Einzelspieler Turniere gewinnen. "Wichtig ist mir auch, mit meinen Kollegen bei Planet Pool Titel zu holen, in der ersten Mannschaft gute Spiele abzuliefern", stellt Lambros Vrakas klar.

Auch wegen dieser Einstellung ist er im Billard-Palast so beliebt.

 

 

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