Interview mit Wladimir Ponomarenko (26.04.2009)

Wladimir Ponomarenko vom Planet Pool Böblingen e.V. machte vor Kurzem die Sensation perfekt, und gewann den Titel bei den Deutschen Jugend Meisterschaften im Snooker in der Altersklasse U16.
Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum deutschen Meister Titel U16 im Snooker.

Wladimir Ponomarenko (touch magazine)

Erzähl uns doch mal ein bisschen von Dir.
Hast Du einen Spitznamen?

Man nennt mich Wladi.

Wie alt bist Du?
Ich bin 15 Jahre alt.

Welche Hobbys hast Du?
Nun zuerst mal ganz klar Snooker aber auch Tischtennis, Schach, Joggen, Fußball… also so fast alles Sportarten… lacht – könnte ne lange Liste werden. Ja und Musik.

Wau, das ist ja ne ganze Menge hast Du dafür überhaupt Zeit?
Na das wird schon ganz schön knapp, aber Snooker ist schon mein Hauptding.

Du hast noch Musik erwähnt, welche Musik hörst Du gerne?
Also von Hip Hop bis Metal gefällt mir alles. Aber ich spiele auch noch in einer Freitzeitband ein bisschen Keyboard.

Du hast ja gesagt dass Du 15 bist. Wie lange spielst Du schon Snooker?
So seit 1 ½ Jahren.

Hast Du einen Spieler der Dich besonderst fasziniert und warum?
Also Paul Hunter finde ich hat total super gespielt und auch was man so menschlich von Ihm mitbekommen hat war toll, leider ist er Ende 2006 gestorben.

Gibt es noch einen Spieler der dich fasziniert?
Ja also Ronnie O`Sullivan der ist einfach zum Snooker spielen geboren der hat es im Blut.

Lass uns ein bisschen über die Deutsche Meisterschaft in Bad Wildungen sprechen. Wie waren Deine Eindrücke auf der DM?
Ganz klar super!

Was fandest Du alles Super?
Nun, die Snookertische wurden in einer Sporthalle aufgebaut. Die Tische waren super neues Tuch toll zu spielen. Neue Kugeln, ich hatte fast keinen kick* beim Spielen (*kick = unsauberer Ballkontakt, bei dem die Wirkung verlorengeht, da die Kugeln aneinander "kleben"). Das Publikum war super – überhaupt vor so vielen Leuten zu spielen. Es gab an jedem Tisch einen Schiedsrichter. An einem Tisch sogar einen A-Schein Schiedsrichter der sogar mal bei Ronnie O´Sullivan geschiedst hat. Die Stimmung auch innerhalb der Gruppe war super. Alles war so richtig profimäßig und hat total Spaß gemacht.


Rolf Kalb hat in einem Interview mit dem Spiegel gesagt:
„…Snooker besteht aus vielen kleinen, mittleren und größeren Dramen, die sich am Ende zu einem großartigen Spannungsbogen verdichten. Welche waren Deine Dramen in Bad Wildungen?
Das Halbfinale gegen Alexander Dietz war eines meiner zähesten, kraftraubendsten und längsten Spiele überhaupt. Ich lag bei „best of 3“ schon mit 1:0 hinten und es ging überhaupt nichts mehr. Beim letzten Frame hab ich dann meinen Frameball gelocht und ein Foul gemacht. Dieses Spiel hat bestimmt 2 Stunden gedauert wenn nicht sogar länger. An meinem Hemd konnte man auch sehr genau die Anstrengung sehen, das war total verschwitzt. Ich hab dann aber wieder ins Spiel gefunden und noch mit 2: 1 gewonnen.

Nach so einem Spiel ist man ja dann ganz schön ausgepowert, wie hast Du dann wieder die richtige Balance gefunden?
Also das war gar nicht so einfach. Weil nach diesem Spiel wurde ich schon nach 5 Minuten von der Turnierleitung aufgerufen das Finale zu spielen. Das war genau in der Mittagszeit und so hab ich an dem Tag auch nichts zu essen bekommen. Aber das war mir nicht wichtig, ich hab auf der DM einfach meinen Spaß gehabt und daher wohl auch meine Balance bekommen.

Kanntest Du Deinen Gegner im Finale?
Ja klar das war Sascha Breuer. Der spielt in seinem Heimverein in der Bundesliga, hat seinen eigenen Trainer und hat noch kein Heimspiel verloren und spielt auch schon mal ein 60er Break.

Hat Dich das beeinflusst?
Ich bin ins Finale gegangen und hab mir gesagt, hey Du hast nichts zu verlieren – ich mach mein Ding. Und hatte vom Halbfinale schon einem Rhythmus wo ich sogar ein 33er Break gemacht habe. Mit mir hat halt keiner gerechnet – lacht.
Aber 3:1 gegen Sascha zu gewinnen war schon super.

Was waren die entscheidenden Faktoren für Deinen Erfolg?
Ja einfach der Spaß beim Spielen. Ich hab mir da keinen Druck gemacht. Das Publikum war super. Vor allem saßen da fast alle Jugend Spieler vom Billardverband Baden-Württemberg. Ich hab auch viele Kollegen gehört, wie sie „auf geht’s“ oder „auf Wladi“ gerufen haben. Das hat mich voll angespornt. So mit Publikum zu spielen gibt mir echt voll einen Kick.

Bist Du ein guter Verlierer?
Ich musste in Bad Wildungen nicht verlieren - lacht
Jetzt aber im Ernst, wenn der Gegner besser ist dann ist es Ok, das gehört dazu.
Ich bin da nicht so emotional oder reg mich nicht so auf. Aber wenn der Gegner nicht so gut war und ich meine Chancen nicht nutze ärgert es mich schon.

Gab es auch Anekdoten auf der Deutschen Meisterschaft?
Ja da fällt mir gleich was spontan ein. Nach dem Spiel hat der Schiri an der Anzeige ein 147er Break angezeigt und dann kamen da ein paar Leute und wollten ein Foto von mir und der Anzeige machen.

Was gibt es zur Organisation zu sagen?
Die Jugendbetreuer waren total Spitze. Wir sind total aufgeregt in die Halle gekommen und die haben uns immer wieder gesagt, stellt euch vor das ist euer Wohnzimmer. Macht euch mit dem Raum vertraut. Das hat super geholfen um die Nervosität weg zu bekommen. Außerdem war die ganze Veranstaltung sehr professionell und toll von der Deutschen Billard Union organisiert. Noch mal großen Dank an dieser Stelle.

Wie geht es weiter?
Weiter trainieren und an die Spitze schauen. Ich möchte auf jeden fall nächstes Jahr wieder auf der Deutschen Meisterschaft spielen.

Gibt es was das Du unbedingt erleben möchtest?
Weltmeister werden – lacht.

Vielen Dank für das Interview und wir wünschen für die Zukunft weiterhin viel Erfolg!

 

 

 

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