Der Stratege Benjamin Baier –
der Powermann vom Planet Pool Böblingen e.V. (11.12.2006)
Leise
jedoch beständig, Benjamin
Baier hat sich fast unbemerkt an die Spitze der süddeutschen
Top List gespielt. Sein perfektes Spiel und die Qualität seiner
mentalen Stärke gleicht der eines Profispielers.
Diese Talente hat Benjamin Baier auch beim letzten Grand Prix in Sindelfingen
unter Beweis gestellt, bei dem er an spielerischen Größen
wie Sascha Tege, Florian Hammer oder Marco Tschudi im Feld vorbeizog
und sich somit Platz 1 und den größten Erfolg seiner Billardkarriere
im Erwachsenenbereich sicherte.
Hier nun Benjamin Baier im Interview mit Sandra Fürst.
Der Steckbrief
Name: Benjamin Baier
Alter: 20 Jahre
Beruf: Student
Hobbys: natürlich Billard, Lesen, Fußball
Lieblingsfilm: „Besser geht’s nicht“ und „Lammbock“
Lieblingsbuch: Eugen Herrigel: „Zen in der Kunst des Bogenschießens“
und
„Der Zen-Weg“
Lieblingsmusik: Reggae, Jazz
Wie bist Du zum Billard gekommen?
In ganz frühen Jahren als reines Vergnügen; mit 13 Jahren
bin ich zusammen mit einem Freund zu einem Verein gegangen, um uns das
mal anzuschauen. Und seit diesem Zeitpunkt bin ich dem Sport verfallen.
(lacht)
Welche Ziele hast Du in diesem Sport?
Das ist eine schwierige Frage, da ich zunächst abwarten muss, wie
sich mein Studium entwickelt. Aber wenn ich weiterhin in dem gewünschten
Umfang trainieren kann, möchte ich auf lange Sicht gerne einmal
auf eine WM fahren.
Wie würdest Du Deine Entwicklung in den letzten Jahren sehen?
In den Anfangsjahren hatte ich einen sehr guten Trainer (Marco Salwitz),
von dem ich viel habe lernen können. Als ich dann in den Jugendkader
berufen wurde, habe ich Ralf Eckert und mit ihm das PAT-System kennen
gelernt, was immer noch meine Trainingsgrundlage bildet. Einen weiteren
Schritt habe ich sicherlich gemacht mit dem Wechsel zum PP Böblingen
in die Baden-Württembergliga im Jahre 2005.
Möchtest Du Profi Spieler werden?
Nein. Billard ist für mich ein sehr wichtiger Sport, aber der Schwerpunkt
liegt auf meinem Studium. Ich denke, es ist sehr schwierig, nur mit
Billard seinen Lebensunterhalt zu finanzieren; dafür sind die Preisgelder
zu niedrig; des weiteren würde ein Dasein als Billard Profi nicht
meinen Vorstellungen von Lebensgestaltung entsprechen, glaube ich.
Was würdest Du als Deine größten Erfolge bezeichnen?
Meine größten Erfolge für mich sind der 5. Platz
beim Grand Prix in Neckarsulm (2005), der 5. Platz beim Ardennencup
(2006), der Einzug in die Endrunde bei der Eurotour in der Schweiz (2006),
und mein Grand Prix Sieg in Sindelfingen (2006).
Meine größten Erfolge gegen andere Spieler waren die Siege
gegen Christian Reimering (2x Ardennencup 2006), gegen Michael Schmidt
(Ardennencup 2006) und gegen Roman Hybler (Stuttgart Open 2006).
Welches Spiel magst Du am liebsten?
Schwierige Frage. Im Grunde mag ich alle Spielarten, jede hat seine
eigenen Vorzüge und Reize. Präferenzen liegen bei mir am ehesten
auf 9-Ball.
Wie viele Spiele hast Du schon mal am Stück ausgeschossen?
Weiß ich gar nicht, da müsste ich lügen; das tue ich
aber nur sehr ungern, da ich ein ehrlicher Mensch bin. (lacht)
Wie hoch ist Deine Höchstserie im 14/1?
105 Kugeln.
Wie viel trainierst Du?
Ich versuche drei bis vier Mal die Woche zu trainieren.
Wie trainierst Du?
Wenn ich genug Selbstdisziplin aufbringen kann, trainiere ich alleine
hauptsächlich nach dem PAT-System; oder eben im Spiel.
Welche Übungen?
Die Übungen aus dem 3er Heft des PAT, ergänzt mit ein paar
eigenen Übungen.
Hast Du Vorbilder?
Es gibt einige Spieler, deren korrektes Verhalten als Sportler ich (neben
ihren herausragenden Fähigkeiten) für sehr lobens- und bewundernswert
halte, sowohl das Verhalten am Tisch als auch außerhalb. Zu diesen
Spielern zähle ich Ralf Souquet, Andreas Roschkowsky, Roman Hybler.
Danke Benjamin Baier und auch für die Zukunft wünsche
ich Dir viele weitere Erfolge!
Vielen Dank Sandra Fürst.